Die Heirloom-Tools - Unix unter Linux
“Häh? UNIX unter Linux?! Ich dachte, Linux sei ein Unix?”
- Linux ist doch kein UNIX. Nur ein UNIX-Klon.
- Die eigentliche Toolchain (Wenn es EMACS-Benutzer sind, auch EMACS) kommt von GNU.
Das ist für den kleinsten Teil der Leser neu, doch die Frage ist, was ist nun mit “Unix unter Linux” gemeint ist. Ein gutes Beispiel, dies zu demonstrieren, ist ps. Für die gleiche/sehr ähnliche Ausgabe, muss ich völlig andere Parameter benutzen.
ps -A unter BSD/OS X entspricht (Evtl. nicht ganz die selbe Ausgabe) ps -ef unter Linux.
Die Heirloom-Tools umgehen dieses Problem auf eine (Für den Benutzer) einfache Weise, sie stellen einfach alte Software kompilierfähig zur verfügung.
Beinhaltet sind Programme, die sich wie unter:
- SVID3/SVR4-Unix verhalten
- SVID4/SVR4.2-Unix verhalten
- POSIX.2 verhalten
- POSIX.1-2001 verhalten
Ausserdem werden auch Binaries im UCB-Stil installiert.
Klingt ja alles schön und toll (Ganz im Gegensatz zu gewissen Ideen Schäubles…), aber, was soll ich denn damit?
Nun, du hast eventuell steinalte Shellskripte auf der Arbeit gefunden, kannst sie aber nicht laufen lassen, da die Optionen inkompatibel sind.
Oder, du hattest nie Kontakt zu einem echten Unix, lediglich zu Minix/GNU/Linux und willst die feinen Unterschiede sehen.
Was auch sein kann ist, dass du Skripte für UnixWare oder BSD schreiben musst und diese sollte man ohne ein solches System testen können, besonders bei UnixWare.
Die Neugier kann auch einfach zuschlagen.
Auf der Webseite sind mehrere Dinge zu finden, nicht nur die Heirloom Toolchest, sondern auch die alte Bourne Shell, sowie die Packaging Tools.
Anmerkung am Rande: Alles auf der Webseite wurde aufpoliert, um heutigen Standards zu genügen. *roff kann nun auch OpenType und alle Tools (Toolchain, Packaging Tools, Doctools, Bourne Shell, Devtools, mailx) beherrschen UTF-8, also keine Sorge, dass deine Textdateien auf einmal aussehen, als würden sie durch den Fleischwolf gejagt wurden.
Die Bourne Shell hat wirklich eigentlich nichts, nur grundlegenden Skriptsupport, keine History, keine Tabcompletion. Dafür eine solide Shell, die nicht wegen falscher Konfiguration völlig falsch funktioniert (Und Jobs, YAY!).
Mir persönlich hilft die Shell, vernünftig zu arbeiten und mich nicht ablenken zu lassen. Ich hab dafür sogar mein ganzes Home-Directory (5GB Daten!) aufgeräumt!
Die Packaging Tools sind sehr eigentümlich. Eigentlich erwartet man nicht, dass sie vorhanden sind, sind sie aber. Da pkgadd fragt, ob etwas überschrieben werden soll, kann es problemlos zu einem anderen Paketsystem verwendet werden.
Äusserst langweilig ist, dass die meisten Dinge auf einem anderen Teil der Heirloom-Tools aufbauen. Will man beispielsweise nur die Packaging Tools benutzen, muss die ganze Toolchest installiert werden, da die Tools sich nach einem Teil dieser verhalten.
Nichtsdestotrotz ist es äussert intressant, mit älterer Software zu arbeiten. (Ausserdem generiert troff viel schöneren Postscript output als groff :P)
-
16.4.2008 / 11:11
Danke für den Text!
Mir war es nicht bewusst, dass der Quellcode zugänglich ist. Jetzt werde ich sicher mal einen Blick (oder auch mehrere) rein werfen. -
14.5.2008 / 21:08
man kann es sich auch schwierig machen…
für leute, die sich mit den unterschieden befassen wollen , ein guter text, aber für enduser IMHO nicht wirklich von bedeutung - sry.
trotzdem danke für deine mühe :)
greetz
Nemesis#13
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