das Image von Linux

Ich habe mir vor Jahren angewöhnt, von jeder Windows-Installation ein Image mittels Norton Ghost bzw. PartitionImage zu ziehen. Das spart so manche Neuinstallation mit der darauffolgenden Konfigurationsorgie…
Als ich zum Linux-Lager schwenkte, wollte ich so etwas natürlich auch für meine Linuxrechner haben, aber bitte mit quelloffener Software…

Es wurde schnell klar, dass dd das Mittel der Wahl dafür ist. Und dabei ist es auch noch so einfach zu bedienen:

dd if=/dev/hda1 of=/mnt/backup/hda1.dd bs=1024K

schreibt ein Image der ersten Partition der ersten IDE-Platte in ein Image namens /mnt/backup/hda1.dd
Die einzelnen Parameter bedeuten dabei:
if=input file = das Blockgeraet, von welchem gelesen wird
of=output file = die Datei, in die das Image geschrieben wird
bs=block size = die Blockgröße, d.h. wie viele Daten auf einmal transferiert werden

Dabei kann sowohl die input als auch die output-file eine echte Datei als auch ein Blockgerät sein.

Man könnte also z.B. direkt von einer Platte / Partition auf die andere (hier: hda nach hdb) klonen,

dd if=/dev/hda of=/dev/hdb

oder von einer Datei in eine andere schreiben…
Den Oberhammer finde ich aber, dass man das Ganze auch pipen und übers Netzwerk verschicken kann:

z.B.

Eine ganze Platte übers Netzwerk klonen:

dd if=/dev/hdb | ssh user@host “dd of=/dev/hdb”

Ein Partitions-Image während dem Vorgang komprimieren und auf einem anderen Rechner ablegen:

dd if=/dev/sda3 | gzip -c | ssh user@host “cat > /mnt/backup/otherhost.dd.gz”

Zurückgespielt wird das Ganze ebenso einfach:

ssh user@host “cat /mnt/backup/otherhost.dd.gz | gunzip” | dd of=/dev/sda3
Viel Spass beim Klonen!
Disclaimer: Es versteht sich von selbst, dass dd gerade wegen seiner Macht auch viel Schaden anrichten kann. Daher übernehme ich keinerlei Verantwortung für die Anwendung der obigen Tips! Sowas probiert man eh erstmal an nem Testrechner aus…

Über diesen Beitrag


  1. Gregor 12.3.2007 / 0:33

    Hi hoggy,

    absoluter hammer! Das man Images mittels dd machen kann war mir schon klar. aber das mit dem pipen hatte ich mir noch nicht überlegt…. ?!?

    Vielen Dank für den Hinweis.
    Weiter so. Ich freue mich auf deinen nächsten Artikel!

    Grüße
    Gregor

  2. jesse 12.3.2007 / 2:16

    In diesem Zusammenhang sicherlich auch einen Blick wert (habe es aber selbst noch nicht angeschaut): dcfldd

    Homepage: http://dcfldd.sourceforge.net/
    Description: enhanced dd with features for forensics and security

  3. hogdarog 12.3.2007 / 10:51

    Danke fuer die Kommentare!
    Was ich ebenfalls nicht erwaehnt habe ist dd_rescue, welches beschaedigte Medien kopieren kann und dafuer so nette Features bietet, wie z.B. aus der anderen Richtung anfangen zu kopieren etc…

  4. Gregor 12.3.2007 / 13:05

    Das verstehe ich nicht ..
    “… aus der anderen Richtung anfangen zu kopieren etc…”
    Macht das einen Unterschied?

    Gruß
    Gregor

  5. hogdarog 12.3.2007 / 15:06

    “… aus der anderen Richtung anfangen zu kopieren etc…”
    Macht das einen Unterschied?
    Ja aber sicher doch:
    Stell dir vor, deine Platte hat nen Hau an Sektor 13492749. Deshalb scheitert dd immer genau an der Stelle. Wenn du nun von der anderen Richtung aus kopierst, kriegst du unter Umstaenden mehr Daten gerettet. (daher der Name: dd_rescue :-})

  6. Rüdiger 15.3.2007 / 22:35

    “…Ich habe mir vor Jahren angewöhnt, von jeder Windows-Installation ein Image mittels Norton Ghost bzw. PartitionImage zu ziehen…”
    Ich image mein W2k seit über 5 Jahren mit partimage aus knoppix (MIT NTFS)- einwandfrei. Für zuhause kann ich gut auf Ghost oder ähnliches verzichten. ;)

  7. hogdarog 16.3.2007 / 9:22

    Du hast Recht, Rüdiger:
    Man kann mit Linux wunderbar auch Windows-Partitionen sichern und wieder zurückspielen. Das geht sogar im grossen Stil – nicht nur für zuhause :-}
    Jemand schon Erfahrung mit Vista-Partitionen?

  8. Gregor 16.3.2007 / 15:53

    > “Jemand schon Erfahrung mit Vista-Partitionen?”
    Was nutzt Vista denn für ein Dateisystem? Endlich mal was brauchbares? :)

  9. Hannes 16.3.2007 / 21:06

    Auch ‘ntfs’

  10. Gregor 17.3.2007 / 0:47

    mmmh .. dann sollte es doch keinen Unterschied machen zur Sicherung von einem XP oder?

  11. Gregor 21.3.2007 / 14:11

    habe gestern eine kaputte cd mit dd_rescue wieder hergestellt und lokal gemounted .. hat wunderbar funktioniert!

    Danke nochmal für den Tipp!

  12. iromeister 22.3.2007 / 12:02

    Also ich für mein Teil verwende partimage, das kopiert im Gegensatz zu dd nur die Blöcke, die auch mit Daten belegt sind. Die unterstützten Dateisysteme stehen auf der Homepage. NTFS ist zwar als ‘experimental’ gekennzeichnet, ich habe bisher weder beim Image erstellen noch beim Zurückschreiben Probleme gehabt.
    dd_rescue gibt’s übrigens hier: http://www.garloff.de/kurt/linux/ddrescue/

  13. Gregor 22.3.2007 / 22:09

    Hi iromeister..

    first of all. du hast eine sehr interessante und vorallem persönliche Webseite .. ich hab mich heute ca. eine halbe stunde damit befasst( Eigentlich selten in einer so schnelllebeigen Zeit :)))

    Weiterhin die Frage welche Erfahrungen du mit partimage gemacht hast.. Kann partimage auch wie dd_resucue fehlerhafte Sektoren überspringen?

    beste Grüße

    Gregor

  14. Luc Derveaux 24.5.2007 / 9:16

    Guten Tag,

    Mit partimage hatte ich versucht eine Vista zu sicheren.
    Es gibt eine HD read Fehler. Die vista recovery and repair check (alte chkdsk /F) gab aber kein Fehler.
    DD nach eine externe hd fat gab eine Fehler wahrend die 4 GB.
    Ich habe es mehrmals versucht, aber der Fehler ist immer gleich. Ich meine es ist eine Bad sector auf die HD.
    Der Fehler ist auf die free space des HD.
    Wie weiter ?
    den

  15. Spynexes 5.9.2007 / 14:08

    @Luc Derveaux: Beim Sichern auf ein Dateisystem muss natürlich auch die maximale Dateigröße beachtet werden. Du kannst auf einem FAT32 Laufwerk keine Datei anlegen die größer als 4GB ist. Daher lieber Ext3 oder ntfs als Sicherungsmedium benutzen, dort ist die maximale Dateigröße wesentlich größer.

  16. goofffy 30.10.2008 / 10:12

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